© Katarina Hudacinova

Schenkung Sammlung Hoffmann

Seit 2018 befindet sich die international bedeutende Privatsammlung von Erika und Rolf Hoffmann als Schenkung in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Sie vereint rund 1.200 Werke aus Malerei, Fotografie, Zeichnung, Skulptur, Installation, Film- und Videokunst.

Schenkung Sammlung Hoffmann

Vertreten sind beispielsweise Jean-Michel Basquiat, Monica Bonvicini, Marcel Broodthaers, Miriam Cahn, Tracey Emin, Isa Genzken, Félix González-Torres, Roni Horn, On Kawara, William Kentridge, Julie Mehretu, François Morellet, Sarah Morris, Bruce Nauman, Ernesto Neto, Hermann Nitsch, Albert Oehlen, Sigmar Polke, Arnulf Rainer, Ad Reinhardt, Pipilotti Rist, Thomas Ruff, Anri Sala, Frank Stella, Hiroshi Sugimoto, Wolfgang Tillmans, Cy Twombly und Andy Warhol. Die Sammlung, die seit 1997 in den Sophie-Gips-Höfen in Berlin-Mitte untergebracht ist, wird in den nächsten Jahren ihren endgültigen Standort in Dresden finden.

Es entspricht dem Verständnis der Sammlerin, ihrer Kinder und der Idee der Schenkung, dass diese nicht als geschlossenes Konvolut an einem festen Ort präsentiert wird, sondern im Museumsverbund der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden aufgeht. Neben der regelmäßigen Präsentation des Bestands und der Integration von Werken in Sonderausstellungen, ist es ihr Anliegen, einzelne Werke mit den Objekten der unterschiedlichen Museen in einen epochenübergreifenden Dialog treten zu lassen und so andere Betrachtungsweisen und Bedeutungsebenen zu eröffnen.  

Team Schenkung Sammlung Hoffmann

© SKD, Foto: Klemens Renner
Das Team der Schenkung Sammlung Hoffmann: Franziska Klinkmüller, Dr. Dorothée Brill, Katarina Lozo (v.l.n.r.)

Sammlungsgeschichte

Die Anfänge der Sammlung Hoffmann reichen bis in die 1960-er Jahre zurück. Zunächst in Mönchengladbach, später in Köln beheimatet, war das Ehepaar Hoffmann eng mit der vitalen Kunstszene des Rheinlandes verbunden. Wie viele private Sammlungen, entstand auch diese aus der Lust und dem Anliegen heraus, mit den Kunstwerken in einer engen und lebendigen Beziehung zu leben. Motivation für die Ankäufe war immer der direkte und intensive Austausch mit den Werken und häufig auch mit den Künstler*innen, deren Schaffen das Sammlerpaar oft über einen längeren Zeitraum begleitete. Die Vielfalt der künstlerischen Äußerungen begeisterte sie als ein in ihren Augen wesentliches Charakteristikum der zeitgenössischen Kunst. Sie suchten nach Innovationen, ganz gleich in welchem Medium. Die Beschäftigung mit der Gegenwartskunst bot ihnen die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit den aktuellen Fragestellungen der Gesellschaft.

Zitat E.H.

Ein Kunstwerk sollte zum Entstehungszeitpunkt formal und inhaltlich eigenständig, also neu sein; gleichzeitig zeitgenössisch und zukunftsweisend, also auch aktuelle Probleme der sich verändernden Gesellschaft reflektieren; uns intellektuell wie emotional fordern; Idee und Form als Einheit zeigen, seine Realisierung also nicht anders denkbar sein, als so wie es ist; einen uns nicht erklärbaren Rest behalten, also anhaltend irritieren; und schließlich Kraft und Dringlichkeit, großen Atem und Dichte besitzen.

Erika Hoffmann

Sammlungsgeschichte 2

Nach dem Verkauf ihres Unternehmens Van Laack 1985 konnten die Hoffmanns ihre Sammlungsaktivitäten vertiefen. Direkt nach der Wiedervereinigung und mit dem Wunsch, die gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen aktiv mitzugestalten, entwickelten sie die Idee einer Kunsthalle in Dresden in öffentlich-privater Partnerschaft nach einem kühnen architektonischen Entwurf des amerikanischen Künstlers Frank Stella. Als das Vorhaben scheiterte, begannen sie über eine private und unabhängige Möglichkeit nachzudenken, ihre Sammlung nach außen zu öffnen und suchten Räumlichkeiten in Berlin-Mitte. In einer ehemaligen Nähmaschinen-Fabrik konnte sie nicht nur sich selbst, sondern auch der Öffentlichkeit die Begegnung mit Kunstwerken aus ihrer Sammlung in jährlich wechselnden Präsentationen ermöglichen. Seit dem Einzug 1997 sind die Wohn- und Arbeitsräume jeden Samstag der Öffentlichkeit zugänglich.

Foto Sammlerpaar

© Sammlung Hoffmann
Erika und Rolf Hoffmann, 1997

Sammlungsgeschichte 3

Seit dem Tod ihres Mannes 2001 führt Erika Hoffmann die Sammlungstätigkeit konsequent fort und erweitert den Fokus in Richtung Osteuropa. 2018 schenkte die Familie Hoffmann ihre umfangreiche Sammlung den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, wo sie nicht nur die zeitgenössischen Bestände, sondern alle Museen des Verbunds um herausragende Werke bereichert. 

Zitat E.H. 2

Seit Beginn der 1990er Jahre ist die Verbindung von meinem Mann und mir zu Dresden nie ganz abgerissen. Sie begann mit dem ehemaligen Generaldirektor der SKD Werner Schmidt und führt über Martin Roth glücklich zu Marion Ackermann. Die Sammlung Hoffmann jetzt in die Staatlichen Kunstsammlungen zu integrieren, erfüllt den ursprünglichen Wunsch nach einem Dialog mit der Kunst über Grenzen und Generationen hinweg, wie ich ihn seit über zwanzig Jahren im privaten Rahmen in Berlin ausprobiere. Die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst erscheint mir wesentlich für das Verständnis unserer Gegenwart. Dem Publikum möge unsere Sammlung im Dialog mit den Sammlungen der SKD neue Einblicke und Einsichten vermitteln.

Erika Hoffmann

Video-Clip

Privacy notice

When you play our YouTube or Vimeo videos, information about your use of YouTube or Vimeo is transmitted to the US operator and may be stored.

Sammlung Hoffmann

Ausstellungen

Im Sinne des Aufgehens der Schenkung in den Dresdner Kunstsammlungen werden Werke des Bestands in unterschiedlichen Formaten ausgestellt. Neben der Integration einzelner Arbeiten in die Dauerausstellungen des Albertinum und des Kupferstich-Kabinetts, ergänzt und bereichert sie immer wieder Sonderpräsentationen. In regelmäßigen sammlungsspezifischen Ausstellungen soll darüber hinaus der umfangreiche Schenkungsbestand sichtbar gemacht werden.

Neben diesen Ausstellungsformaten ist die Integration einzelner Werke insbesondere in den historischen und außereuropäischen Bestand der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ein wichtiges Element der Arbeit mit der Schenkung. Diese Dialoge zwischen zeitgenössischen und historischen oder wissenschaftlichen Exponaten sollen für die Besucher*innen unerwartete Perspektiven und neue Zusammenhänge eröffnen.

Die Staatlichen Kunstsammlungen verstehen die Präsentation ihrer Bestände in ganz Sachsen und über die Standorte Dresden, Leipzig und Herrnhut hinaus, als zentrales Anliegen. Auch die Schenkung Sammlung Hoffmann soll langfristig immer wieder in Museen und Kunsträumen in ganz Sachsen gezeigt werden und so die Diversität und gesellschaftliche Aktualität zeitgenössischer Kunst auch über die Stadtgrenzen hinaus zeigen und zur Diskussion stellen. 

Aktuell

Präsentation in "Weltsicht und Wissen um 1600"
11.03.—28.09.2020

Monica Bonvicini und die Werkzeuge des Kurfürsten August von Sachsen

Dialog mit der Schenkung Sammlung Hoffmann

Learn more
Monica Bonvicini, Leather Hammer # 1, 2004
© VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: Thomas Seidel

Vorschau

Fellowship

Seit 2020 vergeben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden das Fellowship Schenkung Sammlung Hoffmann. Das dreimonatige Stipendium soll Forschungsvorhaben fördern, die sich der Sammlung Hoffmann widmen, z. B. ihrer Geschichte und Konzeption, ihren Sammlungsschwerpunkten, einzelnen Werken bzw. Werkgruppen oder ihren Vermittlungs- und Ausstellungsstrategien. 

Die jährliche Ausschreibung richtet sich an Absolvent*innen (Master oder Diplom), Doktorand*innen und Postdocs der Kunstgeschichte, Kulturwissenschaften und anderer geisteswissenschaftlicher Disziplinen. Möglich sind zudem Forschungsvorhaben aus Kunsthochschulen oder aus dem restauratorisch-materialkundlichen Bereich. Die Ergebnisse werden nach Abschluss des Fellowships als digitale Publikation veröffentlicht sowie im Rahmen einer Veranstaltung in Dresden oder Berlin präsentiert.

 

Stipendiat*in 2020

Mit dem Forschungsvorhaben von Stephanie Regenbrecht (Hamburg) entschied sich die Jury für eine Themenstellung, die sich auf die Sammlungsgeschichte des Schenkungsbestandes konzentriert. Regenbrecht untersucht das Zusammenspiel und die wechselseitige Beeinflussung von Sammeln, Wohnen und Ausstellen als ein Spezifikum der Sammlung Hoffmann seit ihrem Umzug aus dem Rheinland nach Berlin 1997 bis heute.  

Mehr erfahren

Im SKD BLOG

Von Schaumstoff bis VHS-Kassetten: zeitgenössische Kunstwerke restaurieren

Restauratorin Franziska Klinkmüller betreut die Kunstwerke der Schenkung Sammlung Hoffmann. Im SKD BLOG spricht sie über die besonderen Herausforderungen der Restaurierung von zeitgenössischen Objekten.

Restauratorin Franziska Klinkmüller in den Ausstellungsräumen
© privat
Pressemitteilung 9.3.2018

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden erhalten mit der Sammlung Hoffmann eine international bedeutende private Kunstsammlung

Im März 2018 wurde die Schenkung der Sammlung Hoffmann an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bekannt gegeben.

Eva-Maria Stange, Erika Hoffmann und Marion Ackermann stehen vor einem Feld aus goldenen Bonbons, einem Werk von Félix González-Torres
To top