Claudia Kleiner, webung 20.11, 2020
© Claudia Kleiner

"Hier und Jetzt" – eine digitale Outdoor-Ausstellung mit junger Dresdner Kunst

Die Situation um die Corona-Pandemie beschäftigt Menschen aktuell weltweit. Neben gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen, ist die Schließung von Kultureinrichtungen, Galerien und Museen ein weiterer Einschnitt in unser aller Leben.

In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden und der aktuellen „Artist’s Advocat“-Stipendiatin Lisa Baier ist deshalb das Projekt „Hier und Jetzt“ entstanden, das sich zum Ziel setzt, zeitgenössische Dresdner Kunst auch während der Schließung der SKD öffentlich zu präsentieren – und das nicht nur zu Hause im Internet. Der in nachbarschaftlicher Manier entwickelte Outdoor-Rundgang bezieht Künstler*innen in den gesellschaftlichen Auftrag beider Institutionen aktiv mit ein und reagiert so flexibel auf die aktuelle Situation. 

Cover-Flow

Künstler*innen

 

1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest Du Deinen Arbeitsalltag als Künstler*in?

Mein Arbeitsalltag hat sich nicht wirklich geändert. Ich arbeite alleine vor dem PC, im Atelier und an der Wand meistens auch. Da ich mit Yoga angefangen habe stehe ich jetzt aber eine Stunde eher auf. Mit Freund*innen treffe ich mich grade natürlich nur online.

 

2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander? 

Allzeit aktuell sind natürlich die großen Fragen von guter Bildkomposition, Farbe, Kontrast und Form. Das Jonglieren mit unterschiedlichen Materialen und Stilen ist dabei eine spannende Triebfeder. Thematisch finde ich Pflanzen, Tiere und deren Verbindung zum Menschen gerade interessant. Häufig auch zwischenmenschliche Interaktionen mit ihren vielen Missverständnissen.

 

3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst?

Ich hoffe darauf, dass möglichst viele Menschen die Fragilität unseres Systems begreifen und anfangen anders über die Zukunft der Menschheit nachzudenken. Gerne auch jenseits von veralteten nationalen Konzepten, die für gegenwärtige sowie kommende Probleme sowieso irrelevant sind. Ist ein Grundeinkommen vielleicht doch denkbar? Warum ist Spargel wichtiger als ertrinkende Geflüchtete? Gibt es einen Impfstoff gegen die kommende Klimakatastrophe?

 

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest Du Deinen Arbeitsalltag als Künstler*in?

Ich bin Mutter und hauptsächlich mit meinen Kindern beschäftigt. 

 

2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander? 
Ich lese zu immateriellen Phänomenen. 

 

3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst?

Ich finde Provisorien sehr interessant. 

 

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest Du Deinen Arbeitsalltag als Künstler*in?

Partizipative Kunst hat es schwer in Kontakteinschränkungszeiten. Die Organisation von Projekten wird umgestaltet auf digitale Wege, was den Alltag eher um den Rechner drehen lässt, als um Plenarräume und verschiedene Interessensgruppen.

 

2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander? 

In Zeiten von Corona, wo sich viele zu Hause aufhalten sollen, fällt einem schnell die Decke auf den Kopf. Denn nicht jede/r hat 100m2 für sich allein und ein Landhaus und einen Garten. Manche sitzen auch einfach allein in ihrer 23m2-1-Zimmer Wohnung und harren aus. Der Traum von Raum, so wie man ihn sich aktuell wünscht. Und wenn dieser am nächsten Tag nicht mehr die Bedürfnisse erfüllt, baut man sich eben den nächsten. Digital ist alles möglich. Jede/r kann hier zur/m HausbesitzerIn werden, egal aus welchem Gesellschaftsstand er/sie kommt und wie viel Geld in der Rückhand ist.

 

3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst? 

Ich kann die Sterne wieder sehen mitten in der Stadt, weil die Luft viel sauberer ist, aufgrund weniger Kraftfahrzeuge, die auf den Straßen unterwegs sind.

 

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest Du Deinen Arbeitsalltag als Künstler*in?

Ich versuche natürlich wie alle andere auch, einfach weiterzuarbeiten, obwohl ich einiges derzeit nicht konkret umsetzen kann. Projektideen und Skizzen entstehen trotzdem und warten auf den Moment, an dem sie wieder unter Leute gehen dürfen.

 

2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander? 

Ich versuche zu hinterfragen, was die (derzeitige) Digitalisierung mit einem Arbeitskörper macht. Als Künstler*innen sind wir und unsere Arbeiten stets online abrufbar. Doch wie wird die derzeit oftmals angewendete Digitalisierung meinen Arbeiten überhaupt gerecht? Wenn wir alle ausschließlich digital erlebbar sind, schadet das den Arbeiten auf Dauer. Denn wenn sie gar nicht unmittelbar für eine digitale Präsentation gemacht wurden, was muss passieren, damit sie ihre Tragweite – ihre Intention – nicht verlieren?

 

3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst?

Der einzig positive Aspekt der Isolierung ist, dass ich gerade mehr Zeit zum Arbeiten habe als herkömmlich. Das wird aber schlussendlich nach der Rückkehr in den Alltag wieder in den ursprünglichen Zustand zurückfallen.

 

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest Du Deinen Arbeitsalltag als Künstler*in?

Da einerseits mein Halbtags-Brotjob derzeit ruht und andererseits mein Sohn nicht in die KiTa geht, verläuft mein Alltag zeittechnisch ähnlich wie vor Corona. Die erste Taghälfte verbringe ich mit meinem Söhnlein und danach arbeite ich im Atelier bis zum frühen Abend. Allerdings bin ich, vielleicht weil weniger Rollen auszufüllen sind, etwas gesammelter was die künstlerische Arbeit betrifft. Sonst brauchte ich da immer eine Art Übergangszeit, um vom Jobmodus in den Ateliermodus und dann in den Muttermodus zu kommen.

 

2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander? 

Ich arbeite derzeit an verschiedenen Sachen. Ich arbeite an Objekten, die sich grob um das Kippen von bemüht Schönem ins Befremdliche drehen. Dabei nutze ich derzeit Porzellan und künstliche Behaarung.

Mit dem Einsetzen der Kontaktbeschränkungen stellte sich bei mir ein diffuses Gefühl von Haltlosigkeit ein. Ich hatte zum ersten Mal seit langem wieder das Bedürfnis nach der beruhigenden Begrenzung der Leinwand und fing wieder an zu malen. Das Motiv begleitet mich schon einige Zeit. Es geht von den Experimenten Harry Harlows in den 1950er Jahren aus. Er untersuchte mit Rhesusäffchen, inwiefern körperliche Nähe ein elementares Bedürfnis des Menschen seit der Geburt sei und führte den Begriff der "Kontakttröstung" ein. Für mich interessant ist der Widerspruch im Bild, in dem sich ein Äffchen an eine bizarr anmutende leblose Mutterpuppe klammert. Daraus könnte eine Serie entstehen...

 

3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst?

Positiv ist derzeit das Zurückgeworfen-Sein auf mich selbst. Als Künstlerin empfinde ich diesen Zustand als sehr fruchtbar.

  

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest Du Deinen Arbeitsalltag als Künstler*in?

Ich wurde schon öfter als Medienkünstlerin bezeichnet, weil ich manchmal Videos ausstelle, aber in Wahrheit lerne ich den flimmernden Bildschirm gerade hassen. Fast alles was ich am gesellschaftlichen Leben liebe, läuft gerade über diesen Bildschirm. Früher fand ca. 50% meines künstlerischen Denkens in Cafés statt, jetzt gehe ich viel Spazieren und erwische mich bei Selbstgesprächen. Ich fühle mich von der auf einmal so alternativlosen Digitalität erpresst, und suche Zuflucht in Stofflichkeit. Statt den großen Krachern des Zeitgenössischen flammt meine Schwärmerei für Maler wie Sorolla, Singer Sargent oder Fairfield Porter auf. Ich erlaube mir mehr Zeit für spielerische Experimente, Rückgriffe auf Studien und einfach Beobachten - weder Atelierbesuch noch Ausstellung drängen einen dazu etwas Vorzeigbares zu schaffen. Man muss nur die Videokonferenzen irgendwie aussperren.


2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander? 

Ich hab mich immer gegen das Label Artistic Research gewehrt, weil es in Mode ist und wahnsinnig viel schlechtes Zeug darunter produziert wird, sehe aber gerade ein, dass es letztendlich korrekt ist - Erkenntnis durch künstlerische Verfahren ohne strenge wissenschaftliche Regeln. Meine Arbeit Silence Mayday umfasst einen überschaubaren Output, obwohl ich dafür mehr als 2 Jahre sehr umfangreich und aufwendig recherchiert habe. Die Erzählung über diesen Prozess scheint die künstlerische Arbeit zu stärken. Vorher habe ich das als Manko betrachtet, aber jetzt habe ich Zeit und sage - wenn meine Worte dazu so wichtig sind, schreibe ich das Ganze eben auf. Es soll eine Art Künstlerbuch werden, in dem die Recherche und die künstlerische Umsetzung zusammenfinden. Ansonsten schneide ich noch ein schon gedrehtes Video und nehme mir Zeit für Fingerübungen wie Tuscheskizzen.

 

3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst?

In erster Linie die Erkenntnis, dass man normalerweise viel zu viele Projekte gleichzeitig am Laufen hat. Zu selten Nein sagt. Quantität und Qualität der eigenen Leistung nicht ins Verhältnis setzt. Mir graut davor, dass alles einfach wieder so wird wie zuvor, denn die Gesellschaft hat sich so sehr an permanente Zerstreuung und Reizüberflutung gewöhnt - noch eine Veranstaltung mehr, noch ein Projekt mehr, noch ein Antrag mehr. Ich bin es gewöhnt Arbeiten für Ausstellungen unter großem Druck fertigzustellen, Nebenjobs, schlecht bezahlte Aufträge, Recherchereisen und die ganze Administration irgendwie zu jonglieren. Als klar war, dass die restlichen Ausstellungen für dieses Jahr ins Wasser fallen, war es, als ob mir jemand eine unglaublich schwere Umzugskiste aus den Händen nimmt. Die Tage sind jetzt gleichförmig und jeder Tag ist eine neue Chance, Herrin über ihn zu sein, mit dem eigenen Selbstanspruch zu spielen und zu merken, was einem eigentlich wirklich Zufriedenheit bringt. Die alltägliche "Standardeinstellung" von beinahe jedem wurde radikal durchbrochen, das ist eine riesige Chance - auch wenn Existenzängste und Verzweiflung die Schattenseite sind. Wenn ich kann, halte ich es wie Max Frisch - "Eine Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen."

 

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest Du Deinen Arbeitsalltag als Künstler*in?

Ich habe zu Anfang der Ausgangssperre die Entscheidung getroffen das es für mich besser, oder erträglicher wäre, meine Zeit auf dem Land zu verbringen. Zum Glück besitzt mein Bruder einen alten Hof. Hier habe ich mein Arbeitszimmer, in dem ich provisorisch ein kleines Tonstudio eingerichtet habe. Seitdem versuche ich eine Arbeitsroutine zu etablieren. Zudem bin ich viel draußen und baue z.B Zäune oder setzte mit meiner Familie kleinere Bauprojekte um. Gerade bauen wir eine Outdoor-Küche. Ich mache kleinere Objekte aus Materialien, die mir zur Verfügung stehen und an die ich heran komme. Man muss halt improvisieren; das mache ich in meiner Praxis als Musiker schon lange. 

 

2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander?

Die Themen mit denen ich mich vorher beschäftigt habe gewinnen gerade an anderen Inhalt. Themen wie Distanz, Abschottung und Defragmentierung waren schon länger ein Bestandteil meiner Auseinandersetzung, nur jetzt gerade füllen sich diese Themen stark mit dem momentanen Zeitgeschehen. Ich merke zunehmend das ich gar nicht darum herum komme eine neu entstandene Arbeit auf den Corona Vergleich zu untersuchen. Ich bin mir noch nicht sicher ob mir das so gefällt.

 

3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst?

Ich liebe Videokonferenzen und den Umstand trotz räumlicher Trennung nah am Geschehen zu sein. Schnelle Kooperationen und den Zwang diese Innovativ angehen zu müssen, sehe ich als etwas, was ich auf jeden Fall mit aus der Krise nehmen werde. Auch der Gedanke das Morgen alles anders sein kann, war mir zwar schon bewusst nur hat es sich jetzt gerade neu bewiesen. Damit möchte ich sagen, das ich gerne „die Sicherheit keine Sicherheit zu haben“ noch tiefer in mir und meinen Handeln verankern möchte.

 

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest Du Deinen Arbeitsalltag als Künstler*in?

Da mein Atelier derzeit geschlossen ist und ich keine kulturellen Veranstaltungen in Dresden besuchen kann, beschloss ich aufs Land zu flüchten. Hier ist genug Platz zum künstlerischen Entfalten, außerdem ist das viele draußen in der Natur sein gut für meinen Geist und Kreativität.

 

2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander? 

Ich habe mich vor der Corona Zeit mit dem Thema Mensch als ausbreitender Virus, organische Verbreitung, Metastase und natürlicher Wachstum beschäftigt. Auch das Thema Dystopie ist ein Thema, welches ich bereits einer Ausstellung widmete. Jetzt in dieser Zeit bekommen die Themen, mit denen ich mich bereits auseinandersetzte, neue Ansätze und auch eine ganz neue Seite: Sie bekommen eine greifbare Zugehörigkeit. Der Gedanke, dass wir Gäste auf diesen Planeten sind, beschäftigt mich derzeit. Der Planet würde ohne uns in vollkommener Schönheit erstrahlen; dies wäre auch in einer Koexistenz möglich, jedoch haben wir uns nicht wie ein freundlicher Gast verhalten. Jetzt, kaum gehen wir ein Stück zurück, halten wir inne, ist es möglich aus der Blase zu sehen und zu verstehen, dass wir mit der Natur, alles was um uns und in uns ist, Hand in Hand gehen könnten.

 

3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst?

Für mich persönlich ist die Zeit sehr positiv. Viele Verpflichtungen sind weggefallen, dazu zählen soziale, kulturelle, bürokratische. Mein Tag hat nur noch eine Linie, bei der ich nacheinander entscheiden kann was ich tue - Schritt für Schritt. Auch wenn dies im normalen Alltag auch so seien sollte, bin ich jedoch schnell von allen Möglichkeiten überfordert. Weniger Entscheidungen nimmt mir Druck mich fehl zu entscheiden, mich überhaupt zu entscheiden. Das möchte ich auch mit nehmen, denn das Langsame, schauen was will ich, was ist gut für mich, gibt mir auch Ruhe zum künstlerischen Arbeiten und nachdenken. Ich probiere im Hier und Jetzt zu leben, dass dies vielleicht auch für andere richtig ist, hat die Corona Zeit gezeigt. Es kann immer alles passieren und jeder Augenblick ist neu und kann gestaltet werden.

 

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest du deinen Arbeitsalltag als Künstler*in ?

Da ich auch Abends keine Freizeittermine habe, bleibe ich meist länger im Atelier. Dafür hat sich mein Arbeitsbeginn nach hinten verschoben. Ich laufe meist erst am späten Vormittag gemütlich mit einem Kaffee in der Hand ins Atelier. Der aktuelle Arbeitsalltag fühlt sich wesentlich entspannter an - Zeitdruck ist mir ein Fremdwort geworden und das Auto bleibt zuhause stehen. 

 

2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander?

Unmittelbar vor der beginnenden Corona-Krise traten vier Künstlerkollegen und ich eine Reise nach Sizilien an. Durch die Ausweitung der „roten Zone“ in Italien - einen Tag nach unserer Ankunft - befanden wir uns plötzlich in Isolation in unserem Ferienhaus auf dem Land und mussten den Urlaub auf wenige Tage verkürzen um wieder heimreisen zu können. Aus dieser Reise schöpfe ich noch immer Ideen. 

Gerade beginne ich eine neue Serie. Geplant sind eine Reihe aus Malereien von italienischen Mariendarstellungen - insbesondere Madonnenstatuen, wie man sie in kleineren Kirchen in Italien findet. Ihr Erscheinungsbild, irgendwo zwischen Kitsch und anmutiger Schönheit, erinnert an bemalte bis stark geschminkte Wachsfiguren von schönen, sehr realistisch aussehenden und romantisch überhöhten Frauenfiguren. Das Abbild vom Abbild spielt dabei in malerischer Hinsicht eine tragende Rolle.

 

3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für dich feststellen und auch für deine künftige Arbeit nutzen kannst?

Jede Menge! Gesund, kinderlos und mit Atelierplatz außerhalb meiner Wohnung, bin ich vermutlich eine der wenigen Menschen, die der Corona-Zeit in Zukunft fast ein wenig nachtrauern werden. Klar vermisse ich auch Familie und Freunde, aber sich ohne Hast und Termin-/Freizeitstress der eigenen Arbeit widmen zu können, ist totaler Luxus. Ich habe mich selten so frei gefühlt. In Zukunft werde ich versuchen mir selbst den Rücken etwas mehr freizuhalten, statt ellenlange To-Do-Listen schreiben zu müssen, um den Kopf vor dem Malen frei bekommen zu können.

 

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest Du Deinen Arbeitsalltag als Künstler*in?

Im Prinzip genauso wie vorher. Lediglich ein paar wenige Einschränkungen bzgl. Materialbeschaffung. Mein Arbeitsalltag ist nicht beeinträchtigt.

 

2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander? 

Ich arbeite an vielen Themen und Werkgruppen parallel, z.B. an der Skulpturengruppe Spring Depression.

 

3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst?

Nein, im Gegenteil, die Verkäufe werden wie zur Wirtschaftskrise 2008 zurückgehen. 

 

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest Du Deinen Arbeitsalltag als Künstler*in?
Die konzentrierte Arbeit im Atelier und Ausstellungsvorbereitungen bestimmen allgemein einen großen Teil meines Arbeitsalltags. Aber er ist insgesamt stiller geworden durch das Fehlen kultureller Veranstaltungen, die ihn durch Erlebnisse, Input und die Möglichkeiten zu Austausch und Teilhabe bereichern.

 

2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander? 
In meinen Arbeiten verbinde ich strukturelle Beobachtungen meiner Umwelt mit Motiven landschaftlicher Betrachtung in einem gemeinsamen Bildraum. Rythmus und Raumwahrnehmung sind dabei zentrale Themen.

 

3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst?

In der Entschleunigung liegt die Chance auch leisen Ideen zu folgen, für die oft keine Zeit bleibt.

 

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest Du Deinen Arbeitsalltag als Künstler*in?

Gerade die direkte Auseinandersetzung mit der Kunst z.B. über Ausstellungsbesuche und Vernissagen oder auch das Treffen und Gespräch mit anderen Künstlern z.B. in Bars fehlt mir sehr. Davon abgesehen arbeite ich viel im Digitalen Raum, d.h. ich kann meinen Arbeitsalltag zur Zeit auch von zu Hause aus am Computer gestalten.


2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander?

Mit großer Faszination beobachte ich die Entwicklung des Medium Computerspiel, gerade in den letzten Jahren gibt es immer mehr Independent Veröffentlichungen mit sehr hohem künstlerischem Anspruch. Eine Prozess, der gewisse Parallelen zu der Entwicklungen des Filmes im letzten Jahrhundert hat.

Gerade darin finde ich immer wieder neue und Interessante Ausgangspunkte für mein eigenes künstlerisches Schaffen.


3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst?

Sicherlich ist die aktuelle Situation Neu und Außergewöhnlich, damit ist sie auch ein weiteres Spektakels per se und verändert viele vorher als selbstverständlich wahrgenohmmene Alltagssituationen und macht diese auf einmal bewusster erfahrbar. Dies reflektiert sich natürlich auch auf die eine oder andere Weiße in meinem künstlerischen Schaffen.

 

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest Du Deinen Arbeitsalltag als Künstler*in?

Mein Tagesablauf ist tatsächlich entspannter, weil alle Termine wegfallen. Was bedeutet, dass ich sehr viel Zeit im Atelier verbringe. Für die Bilder, die aktuell entstehen, ist Tageslicht sehr wichtig, weswegen sich meine tägliche Corona-Routine hauptsächlich nach der Sonne richtet.

 

2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander? 
Bereits im letzten Jahr habe ich begonnen kleine Kopie-Studien der Gemälde von Caravaggio anzufertigen. Darüber habe ich angefangen die Formen und deren Konstellationen dieser klassischen Bildvorlagen durch Vereinfachung und Weglassung zu bearbeiten. Außerdem entstand in den letzten Wochen eine kleinformatige Serie von Ölbildern welche die unterschiedlichen Crews der ISS nach ihrer Wiederankunft auf der Erde zeigen.

 

3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst?

Ich denke, um eventuelle positive Folgen zu erkennen, benötigt es räumlichen und zeitlichen Abstand zur Corona-Pandemie.  

 

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest Du Deinen Arbeitsalltag als Künstler*in?
Einen regulären Tagesablauf im klassischen Sinne hat es schon vorher kaum gegeben. Ich verbringe nach wie vor viel Zeit im Atelier. Ansonsten stehen die Recherche im Internet oder bürokratische Aufgaben auf dem Plan. Kontakte pflege ich gerade nur übers Telefon.

 

2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander?

Mit den elementaren Aspekten von Malerei, das heißt, die Wahrnehmung von Farbe, Fläche und Raum. Ein zweites Projekt widmet sich dem politischen Potential der Übermalung.


3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst?

Das Mehr an Zeit hilft unter den aktuellen Bedingungen leider nicht wirklich weiter. Es sind weniger Autos auf den Straßen. Das ist für alle gut!

 

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest Du Deinen Arbeitsalltag als Künstler*in?

Organisation ist momentan alles in unserer Familie. Jeder Tag ist anders. Während ich bis Mittag meinen Sohn unterrichte und parallel dazu noch versuche meinen Rechnerkram und neue Konzepte für Zukunftsprojekte als Künstlerin fertig zu bekommen, gehe ich dann ab 15.00 Uhr zur zweiten Schicht ins Atelier, in dem ich zwar gerade nur ab und zu Kunst mache, aber das Glück habe, einen theaterplastischen Auftrag für Lohn und Brot zu haben. Ich bin ziemlich erschöpft aber auch sehr inspiriert.

2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander? 

Innen und Aussen / Eingrenzung/Ausgrenzung / Grenzdurchlässige Situationen und: Wer bin ich ohne die Anderen?

3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst?

Ein anderes Tempo / Verlangsamung trotz mehr Stress / Inspiration

 

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest Du Deinen Arbeitsalltag als Künstler*in?

Mein Arbeitsalltag im Atelier sieht eigentlich aus wie immer. Ausstellungen, die momentan wegfallen, werden hoffentlich ab Ende des Jahres nachgeholt. Die Arbeit im Atelier ist bei mir aber nicht an bestimmte Ausstellungen oder Ähnliches gebunden - gemalt wird immer.

 

2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander? 

Gibt es Ur-Bilder?
Victor Klemperer über Joseph Bédier:
„B. wies immer darauf hin, wie gewisse Situationen und Eindrücke in den verschiedensten Zeiten und Zonen die gleichen Äußerungen hervorrufen können, weil sich in manchen Dingen die Gleichheit der menschlichen Natur über Zeit und Raum hinweg erweist.“

 

3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst?

Das Alltagsleben gestaltet sich im Moment ein bisschen langsamer als sonst. So kann man sich noch besser auf die eigene Arbeit fokussieren.

 

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest Du Deinen Arbeitsalltag als Künstler*in?

Ich arbeite jetzt mehr zu Hause, also in meinem Zimmer. Meine Malereien werden dadurch Kleinformatiger, und ich konzentriere mich mehr auf Grafiken wie Zeichnungen oder Linoldrucke. 

Der Austausch mit Freunden und Bekannten über Arbeiten, die im Prozess sind, wird schwieriger. Dadurch müssen Fragen oft im Kopf mit sich selbst ausdiskutiert werden. Das Chaos im Kopf, wie auch das um mein Bett wächst. Gedanken und Teller Stapeln sich. Beim Sortieren dieser lenkt man sich nur all zu schnell ab. Man verwächst mit seinem Zimmer, Gedanken und Ideen heften sich an Gegenstände, an denen noch Erinnerungen hängen.


2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander?

Einen Fokus auf ein bestimmtes Thema habe ich zur Zeit nicht, das Thema des eigenen Zimmers bzw. Wohnraums als Teil der Wohnenden ist Momentan aber wichtiger geworden. Die Frage: "Passe Ich zum Rest meiner Einrichtung?" verbindet dabei auch ein von mir viel bearbeitetes Thema rund um Körper Kleidung und Kostüm. Generell finde ich gerade das Beschäftigen mit dem Selbst, von Selbstdarstellung, Selbstliebe, Narzissmus bis hin zu Selbstportraits und Monologen sehr spannend.


3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst?

Es ist eine Zeit der Entschleunigung. Das einfach mal nichts machen darf zelebriert werden.

 

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltet ihr euren Arbeitsalltag als Künstler*in?

Wir sind ein Kollektiv verschiedener politisch agierender Kunstschaffender. Dementsprechend sind unsere Tagesabläufe vielfältig. Als Gruppe haben wir wöchentliche Online-Plena und verlagern unseren künstlerischen Aktivismus in den virtuellen Raum.

 

2. Mit welchen Fragen und Themen setzt ihr euch aktuell künstlerisch auseinander?

Wir befassen uns mit autoritären Mechanismen und Einschränkungen der Grundrechte und wie sie Rassismus, Diskriminierung und Nationalismus fördern. Wer sich vor der Krise schon in einer prekären Situation befand, ist jetzt noch stärker betroffen. Es fehlen Räume, um marginalisierten Gruppen Schutz, Unterstützung (psychologische Angebote etc.) anzubieten und ihnen Gehör zu verschaffen. Dem massiven Eingriffen in Alltag, Datenschutz und persönliche Grundrechte wird kaum mit Protest begegnet, vielmehr hat sich eine erschreckende Gewöhnung eingestellt. Mit dem Online-Format Viral Solidarity thematisieren wir die Auswirkungen der Ausnahmesituation auf gesellschaftspolitische Bereiche.

 

3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst?

Als Gruppe, die bisher im öffentlichen Raum agiert hat, stehen wir, wie so viele, vor der Herausforderung alternative Formen für künstlerischen und politischen Aktivismus zu finden. Online-Demonstrationen und Lifestreams ermöglichen einen relativ niederschwelligen und vor allem ortsunabhängigen Zugang zu Informationen und Aktionen. Das ersetzt physischen Protest nicht, wir sehen es dennoch als bereicherndes Potenzial. Gerade ist eine gute Zeit zum überregionalen Vernetzen und Pläneschmieden, da momentan die meisten Initiativen und Gruppen online arbeiten.

 

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest Du Deinen Arbeitsalltag als Künstler*in?

Man switched ein wenig um. Ich mache im Moment z.B. mehr Bürokratisches, die Steuererklärung oder schaue mich natürlich auch nach finanziellen Hilfen um, recherchiere nach Stipendien usw.. Besonders durch den Lockdown der Kultur- und Kunsteinrichtungen und meiner ehrenamtlichen Tätigkeit als einer von drei Vorstandsvorsitzenden des Künstlerbundes Dresden e.V., liegen bei mir natürlich auch viele kulturpolitische Fragen auf dem Schreibtisch. Auch fließt besonders jetzt mehr Arbeit in meinen Blog (VASiSTAS). 

 

2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander? 

Eigentlich sind es dieselben wie immer. Wobei ich sagen muss, dass das Blog-Projekt, welches ich seit längerer Zeit mit mehreren Redakteur*innen und Freunden betreibe, gerade verstärkt in den Fokus gerutscht ist. Das liegt zum einen daran, weil wir dort auch eine TV-Show für YouTube produzieren. Genau in die Corona-Pandemie ist nun eine Sendung gefallen, die ich dieses Mal ohne Publikum und Gäste und auf andere Weise produzieren musste und zum anderen, weil man als Blogger aber auch Künstler jetzt ein verstärkten Drang zur Mitteilung hat.  

 

3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst?

Ich hoffe, dieser Shutdown, diese Krise, zeigt den Bürger*innen, wie wichtig Kultur und Kunst in einer freien und funktionierenden Gesellschaft sind. Vielleicht gibt es danach ein höheres Verständnis und eine gesteigerte Wertschätzung für das, was ich und meine Kolleg*innen tun. Ob ich daraus etwas für meine Arbeit nutzen kann, weiß ich nicht so recht. Ich würde jetzt ungern z.B. dieses Virus zu einem künstlerischen Thema machen wollen. 

Ich freue mich jedenfalls sehr darauf, irgendwann endlich wieder mit Freund*innen auf Eröffnungen zu gehen, ein Bier mit allen zu trinken und wieder „eye-to-eye“ über Kunst und alles Mögliche zu diskutieren. 

 

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest Du Deinen Arbeitsalltag als Künstler*in?

Mein Tagesablauf ist einerseits gar nicht so sehr eingeschränkt, ich gehe ins Atelier und arbeite; die Isolation ist hier nichts besonderes. Andererseits ist mein Leben schmerzhaft eingeschränkt, mir fehlen die Eröffnungen, die Anlässe zum ungezwungenen Austausch über die Arbeit, die Kunst. Museen fehlen mir wahnsinnig, ebenso wie das Theater, Konzerte, Kino…

 

2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander? 

Künstlerisch setze ich mich eher selten mit tagesaktuellen Dingen auseinander. Gedanklich oder im Gespräch tue ich das sehr stark und oft, ich lese viel Zeitung, ich höre Radio etc. und habe großes Interesse an Tagespolitik und Weltgeschehen, aber eine unmittelbare künstlerische Antwort auf drängende Fragen unserer Zeit? Ich fühle mich dazu nicht berufen und selten in der Lage. Das bedeutet nicht, dass es im Allgemeinen nicht möglich sein kann. Auch hoffe ich sehr, dass meine Kunst trotzdem gesellschaftliche und zeitgeschichtliche Relevanz hat. Um konkret auf die Frage zu antworten: Keine neuen, aktuellen Krisen-Themen bei mir, ich beschäftige mich weiterhin mit der Wiederholung, dem Zitat, dem Plagiat, der Repetition… um einen Themenbereich zu benennen.

 

3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst?

Ich erlebe hin und wieder Momente einer seltsamen Freiheit, die mich stark an Kindheit erinnern. Vieles um einen herum steht still, es gibt weniger dringliche terminliche Verpflichtungen. Im Grunde spielt es gerade keine Rolle, ob deine Projekte pausieren oder ob du gar keine wichtigen Projekte hast. Das nimmt punktuell viel Druck. Die Kunstwelt ist sehr kompetitiv und das oft ohne belastbare oder befriedigende Kriterien, wenn dies für ein paar Wochen keine Rolle spielt, tut das sehr gut. Ich wäre glücklich, wenn es mir gelänge, von dieser Unbeschwertheit etwas zu retten.

 

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest Du Deinen Arbeitsalltag als Künstler*in?
Momentan empfinde ich es als besonders wertvoll, ohne die sonstige Ablenkung, einen anhaltenden Atelierbetrieb zu haben. Wobei sich, so weit es meine Kinder und der Kaffeevorrat zulassen, meine Hauptarbeitszeit in die Nacht und Abendstunden verlegt hat.

 

2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander? 
Das Auto als Gegenstand hat sich für mich zu einem neuen und sehr ambivalenten Thema entwickelt. Dieses, schon vor der Pandemie begonnene, Thema verstehe ich, mit Blick auf die derzeit global stattfindende Isolation der Menschen, als sehr symbolhaft aber auch als individuell persönlich und essenziell.


3. 
Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst?

Die Stille, die klare Luft, die leeren Straßen... Darüber hinaus schätze ich generell die Veränderung und künstlerisch das Experiment, was für mich diese spezielle Zeit beides gleichermaßen verkörpert.

 

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1. Jetzt, wo regulärer Tagesablauf und Ausstellungsbetrieb stillstehen, wie gestaltest Du Deinen Arbeitsalltag als Künstler*in?

Ich versuche jeden Tag zur gleichen Zeit aufzustehen und mir selbst eine Routine zu schaffen. Als KünstlerIn ist man es ja eh gewohnt sich selbst zu organisieren. Soviel hat sich bei mir gerade gar nicht verändert. Außer das ich weniger am Laptop hänge und Bewerbungen etc. schreibe, sondern dafür alte Bilder übermale und mehr lese. Alles ist etwas entschleunigt.

 

2. Mit welchen Fragen und Themen setzt Du Dich aktuell künstlerisch auseinander?

Aktuell beschäftige ich mich viel mit Hunden und auch allgemein mit der Beziehung von Menschen zu ihren Haustieren. Seit der Pandemie habe ich immer mehr über Räume nachgedacht und was für eine große Rolle der eigene Raum (physisch und psychisch) für jeden von uns spielt. Was brauche ich überhaupt und wie definiere ich mich über Räume, die ich benutze? In den letzten Wochen habe ich zudem eine kleine Leidenschaft für Trash-TV Shows entwickelt und habe Lust bekommen mich selbst im Medium Film auszuprobieren.

 

3. Gibt es neben den Pandemie bedingten Einschränkungen auch positive Aspekte, die Du im Moment für Dich feststellen und auch für Deine künftige Arbeit nutzen kannst?

Ehrlich gesagt habe ich gerade soviel Energie wie schon lange nicht mehr. Ich empfinde es als sehr angenehm, dass mein Atelier der einzige Ort ist, wo ich gerade hingehen kann. Es ist natürlich schade, dass manche Projekte nicht so wie geplant statt finden können, aber das lässt mir gerade auch Freiheiten, ganz andere Sachen auszuprobieren. Ich hoffe, dass ich die Konzentration, die ich gerade für mein eigenes Arbeiten entwickelt habe, auch beibehalten kann, wenn die Einschränkungen nachlassen.

 

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